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Pässe Tour

Nauders - Schluderns - Prad - 1/4 Stilfser Joch (ca. 2000m)  - Prad - Glorenza - Münstertal - Sta. Maria - UmbrailPaß (2501m) - Stilfser Joch (2758m) - Bormio - Paso di Foscagno (2291m) - Livigno - Forcola di Livigno (2315m) - Berninapaß (2328m) - St. Moritz - Pass dal Güglia (JulierPaß) (2284m) - Tiefencastel - Pass d´Alvra (AlbulaPaß) (2312m) - Zernez - Pass dal Fuorn (Ofenpass) (2149m) - Nauders. (400 km)

Klingeling, Klingedong, Klingeling, Klingedong. Ah, unser morgentlicher Wecker mit Nachlauf wirft uns wieder aus den Betten. Es ist also 7:30, pünktlich, wir können die Uhr danach stellen. Und wieder ist es ein herrlich blauer Himmel. Nicht nur die Kühe muhen "Guten Morgen", auch die Sonne schickt ihre Strahlen wieder durchs Zimmerfenster. Ein Blick auf meine "Grüne", alles klar noch da und irgendwie scheint sie mir heute reiselustig ...

Das Frühstücksbuffet überzeugt auch heute morgen wieder und schon sind wir auf der Bahn in Richtung Schluderns. Heute möchte ich ihn kennenlernen, den Pass von dem alle schwärmen, mir schon so viel über seine vielen Kurven und engen Kehren erzählt haben. Das Panorama des Ortlers schon im Blick, biegen wir ab in Richtung Prad und kurz hinter dem Ortsschild geschieht dann das eher unerwartete ! Wir entschließen uns, dennoch weiterzufahren. Ungläubige !

Die Strada del Passo dello Stélvio und die warme Sonne läßt uns den Schreck von eben recht schnell vergessen. Sicherlich möchte ich mit den Anwohnern an dieser Straße nicht recht tauschen, aber die Ortsdurchfahrten sind wirklich schön. Einige Biker kommen uns entgegen. Unsere Zuversicht steigt wieder. Die Ortskirche von Trafoi steht vor einem traumhaften Panorama. Für eine Sekunde stelle ich mir vor, Gott nähme während des Gottesdienstes Platz am Ortler und würde lauschen ...

Kurz hinter diesem wundervollen Ausblick werden wir dann schnell in die grausame Realtität zurückgeholt. Dennoch entscheiden wir uns weiterzufahren. Auf eigene Gefahr, wir das Schild in Italien zu sagen pflegt. Also mit entsprechender Umsicht in die ersten Kehren. Eng sind sie und der Belag ist sicherlich nicht der einer Autobahn in Ballungsgebieten. Aber daran können wir sehr gut sehen, wie die Witterung an der Natur nagt. An uns vorbei ziehen zwei Enduros, hm, den Affenzahn könnten sie sich doch eigentlich schenken. Schaut doch mal auf die Landschaft; ach so Ihr kennt das schon. Das "A" über´m Nummernschild verräts. Noch eine Kehre, dann geht´s wieder auf eine längere gerade Strecke. Sehr schön die Auffahrt, durch den Wald den die Sonne schon ein wenig aufgewärmt hat. Immer wieder scheint das Panorama der Ortlers durch die Böume. Eine geschwungene Kurve und ... da ist sie dann doch die endgültige Wahrheit

  Also Maschine abstellen und einige Momente die Ruhe und den Ausblick genießen. Auch den beiden Enduro hat Ihre Aufwärts-hatz nix gebracht. Auch sie müssen hier halt machen. Nur die vielen Biker, sie können hier ihren Gewichtsvorteil voll ausspielen. Das Bike über den Bagger gehoben und weiter geht´s.

Ein Blick auf die Karte und die Erinnerung an gestern verrät uns, daß wir auch auf´s Stilfser hochkommen. Der UmbrailPaß führt direkt dorthin. Ich setze an, meine Grüne zu wenden

"Was er denn jetzt machen soll", spricht mich ein älterer Mann an und schaut ein wenig ungläubig auf den Bagger. Sein Sohn sei schon am Morgen mit dem Fahrrad aufgebrochen. Er solle ihm die Getränke nachbringen. Ich erkläre ihm den alternativen Weg, zeige ihm auch auf, er würde direkt am Stilfser Joch herauskommen und seinen Sohn bestimmt dort treffen. Ein verzweifeltes Lächeln huscht über sein Gesicht, als er sich bedankt und wir uns weiter auf den Weg zum UmbrailPaß machen. Ich hoffe er hat sein Auto wenden können.

Fahren wir also die Strecke zurück. An der Kreuzung in Richtung "Drei Brunnen" können wir ca. 15 ebenfalls "Ungläubige" nicht überzeugen, daß es nicht weitergeht. Na ja, viel Spaß beim wenden ...

Die Auffahrt zum Umbrailpaß beginnt in Sta. Maria i. Münstertal. Zunächst recht übersichtlich, dann schlagen die ersten Kehren und 14% Steigung ordentlich zu. Dennoch gestaltet sich die Strecke übersichtlich und im ersten Stück asphaltiert. Irgendwann, ich habe ihn gar nicht so recht mitbekommen, geht das Asphaltband dann in eine Schotterpiste über. Auch mit einer Straßenmaschine ist die befahrbar. In den Kehren habe ich mich dann schon ein wenig vorgesehen. Die Auffahrt in Südrichtung ist, meine Ansicht, die schönere. Wir fahren durch das Val Muraunza. Es verändert sein Aussehen von üppig bewaldet bis hin zu fast karg. Ein insteressanter Übergang. Das Gefühl dabei kann ich im Moment gar nicht richtig in Worte fassen. Bitte schaut es Euch selbst an. (Ihr könnt es aber nur dann richtig genießen, wenn ihr keine Kilometerlange Staubfahne hinter Euch laßt ...)

Vom Scheitel des Umbrail können wir gegenüber das Stilfser Joch sehen. Es ist wirklich toll die Schneebedeckten Flächen bei strahlend blauem Himmel anschauen zu können. Es gibt uns einen Eindruck, wie es im Winter hier aussehen muß.

Ein Traumpanorama. Die Schweizer Zöllner haben heute keinen Dienst, das Zollhaus ist geschlossen. Ihr italienischer Kollege winkt uns rasch durch. Er scheint einen "größeren Braten" bei dem mit Blumen beladenen PKW zu riechen, den er vor uns gestoppt hat.

Wir biegen direkt nach der Zollstation nach links ab und fahren hoch zum Top des Stilfser Jochs. Einige Kurven und Kehren lassen uns die übrigen 275 Höhenmeter überwinden.

Welch ein Schock. Waren die bisher gefahrenen Strecken bisher eher ruhig, treffen wir hier auf alle Biker und Autofahrer im Umkreis auf einmal. Ca. 100 Biker und nochmal ca. 80 Automobilisten eingefunden. Die Schifahrer um die Ecke nicht mir engerechnet. Der Scheitel ist schon recht verbaut und zugeparkt. Da trifft der Name des runden Restaurants auch leider nur bei richtigem Blickwinkel zu "Tibet".

Wir werfen noch einen kurzen Blick auf die Skiregion und machen uns dann zurück auf den Weg in den Parco Nazionale dello Stelvio.

Die Stilfser Joch Straße, mit ihrem teils langgezogenen Abschnitten bringt uns durch das Valle del Braulio nach Bormio, von wo aus wir zum Paso di Foscagno abbiegen. In Livigno angekommen zeigt ein Blick auf die Uhr und das Wetter, daß der Tag noch jung genug ist, um über den BerninaPaß zu fahren und St. Moritz einen Besuch abzustatten.

Direkt am Scheitel des Forcola die Livigno befindet sich der Grenzübergang in die Schweiz. Hier hat man einen herrlichen Blick auf die Berninagruppe, die uns während der Abfahrt durch das Val Bernina begleiten wird. Ab dem Scheitel begleitet uns eine weitere Attraktion der Gegend und des Landes. Die Bahnstrecke des Bernina-Express. Bei Morteratsch auf ca. 1800m queren wir die Bahnstrecke. Auf dem Parkplatz kurz davor haben wir einen herrvorragenden Blick auf die Berggruppe. Der Piz Bernina, der Piz Palü und der Piz Morteratsch stehen genau gegenüber und wir können deren Eis fast bis ins Tal hinunter verfolgen. Ein Stop, den man sich unbedingt gönnen sollte !

Unmittelbar am Bahnübergang führt die Straße durch eine steile Kehre weiter in Richtung Pontresina, welches wir durchfahren um über St. Moritz und Silvaplana zum JulierPass zu gelangen ...

Unser Hauptaugenmerk dieser Tour liegt auf Motorrad- und Pässefahren. Deshalb durchqueren wir St. Moritz auf der "27" und biegen in Silvaplana rechts zum JulierPaß ab. Am Lai da Marmorera (Marmorerasee) vorbei und durch Savognin geht es nach Tiefencastel.

Von hier aus biegen wir nach rechts ab, auf die Albulastraße. In Surava begegnen wir dem Alublaexpress, der wie wir ansetzt die vielen Kehren im Berg zu meistern. Wirklich traumhaft ist diese Strecke. Lange Zeit begleiten wir uns, die Albulabahn und wir auf dem Motorrad. Leider ist in Stugl gerade "Almabtrieb" und so bremsen uns die gemütlich dahintrottenden Vierbeiner derart aus, daß uns der Express für die schönsten Fotos davon fährt... Na ja, so gewinnen wir auf windungsreicher Strecke Höhe. Der Streckenabschnitt um die wilde Klamm des Bergüner Steins ist besonders schön. Mit Hilfe zweier Kehren überwinden wir diese Stelle um an einem geeigneten Aussichtspunkt noch ein paar Fotos zu schießen. Ab Preda hat die stimmungsvolle Straße hier und da sanfte Unebenheiten, sodaß sich die Maschine leicht aufschaukelt und mich dies, in Verbindung mit der Landschaft, z.T. an Irland erinnert. Während der Aufstieg zur Albulapaßhöhe recht langezogen und stimmungsvoll ist, verlangt der kurze Abstieg ins Engadin mit seinen zehn Kehren nochmal einige Aufmerksamkeit. Die Länge der bisher gefahrenen Strecke und die damit verbundene Anstrengung tun ihr eigenes und so bekomme ich auch langsam das Gefühl, das es langsam genug sein sollte für heute.

Der "27" bis Zernez und dann dem Ofenpass folgend fahren wir direkt hinein, in das auf der anderen Talseite herrschende Gewitter. Erst am Reschenpass wird es wieder sonniger und ich überlege mir, ob es nicht besser gewesen wäre die andere Seite über Scuol heimzufahren. Na ja, wenn das Wörtchen "Wenn" nicht wäre. Auf jeden Fall begrüßt uns Nauders wieder im Sonnenschein und mit einem Regenbogen. Dankeschön !

An diesem Abend ist´s leider schon so spät, daß wir unter den gestrengen Augen des Personals gerade noch richtig kommen, um in zwei Anläufen unser warmes Abendessen zu erhalten und bei einer guten Flasche Wein (anstelle schwimmen) den Abend zu genießen. Zugegeben das war eine Mamuttour heute, aber wir haben immer noch sehr viel gesehen. Morgen werden wir´s ruhiger angehen lassen.

Aber bis dahin, gute Nacht ...

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Umbrail Pass
 
 
Stilfser Joch
In Richtung Albulapaß
Am Ende des Regenbogens ...
   
 
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